Meanings
- 1.
eine Art des öffentlichen Protests in Form eines aktiven, gewaltfreien Verstoßes gegen bestimmte Gesetze, Verordnungen, Anordnungen oder dergleichen einer staatlichen Autorität, weil sie als moralisch falsch, nachteilig oder dergleichen angesehen werden
- “„[…] Sardar, Führer, nennt man ihn seit etwa 20 Jahren, als er mit der erfolgreichen Inszenierung der Steuerverweigerungskampagne von Bardoli Gandhis Idee des zivilen Ungehorsams der ersten großen Generalprobe unterwarf.“”
- “„1940 rief Gandhi seine Landsleute aus Protest gegen die Beteiligung Britisch-Indiens am Weltkrieg zum zivilen Ungehorsam (Satyagraha) auf, und er bestimmte Vinoba Bhave dazu, als erster Satyagrahi gleichsam symbolisch für ganz Indien ein britisch-indisches Gesetz zu brechen und damit seine Verhaftung zu provozieren.“”
- “„Lord Russell, 89 Jahre alt, sitzt im Gefängnis. Sein rigoroser Kampf gegen Atombomben hat ihn seit langem bei der Obrigkeit unbeliebt gemacht. Diesmal forderte er heraus zu ‚zivilem Ungehorsam‘, wie die Juristen einen von ihm geplanten und mitorganisierten Sitzstreik der Atomwaffengegner vor dem Parlament nennen.“”
- “„Es opponierten”
- “„Wer ‚zivilen Ungehorsam‘ leiste, übertrete auch ‚bewußt und vorsätzlich‘ Gesetze, die er für unrechtmäßig halte, und ‚nimmt die dafür vorgesehene Strafe bereitwillig auf sich‘.“”
- “„Ziviler Ungehorsam ist ‚ein die Schranken der Legalität überschreitender Protest gegen ein Gesetz oder eine andere autoritative Maßnahme, das heißt gegen eine Politik‘, die von Repräsentanten einer Mehrheit des Volkes beschlossen worden ist. […] Auf den Einwand, im zivilen Ungehorsam artikuliere sich eine arrogante moralisierende Minderheit, die sich über die Prinzipien der demokratischen Legalität hinwegsetze, eine Gruppe, ‚die sich ihre Legitimation selbst formuliere und … beanspruche, selbst den Ausnahmezustand zu definieren, in welchem es ihr angemessen erscheint, den alten Verfassungskonsens durch einen neuen zu ersetzen‘ (Oberreuter), läßt sich – nach Preuß – lediglich erwidern, daß die im Machtbesitz befindlichen Beauftragten der Mehrheit über ‚eine überlegale Prämie auf den legalen Machtbesitz‘ (Schmitt) verfügen, zu dessen Kompensation die Minderheit – neben den in der Verfassung vorgesehenen Schutz- und Oppositionsrechten auch zivilen Ungehorsam in Anspruch nehmen darf. […] Ziviler Ungehorsam bedeutet daher auch nicht notwendig ‚Mißachtung eines (imaginären) Mehrheitswillens‘, zumal die Legitimität von Regierung und Parlamentsmehrheit als solche von ihm nicht bestritten wird. Wer zivilen Ungehorsam leistet, bestreitet lediglich, daß korrekt zustandegekommene Entscheidungen ‚inhaltlich eine Qualität haben, die für die Betroffenen akzeptabel ist und durch den Hinweis auf die absolvierten demokratischen Verfahren plausibel gemacht werden kann‘.“”
- “„Im Inland unterstützten die Grünen die Koordinationsstelle für zivilen Ungehorsam in Kassel, das Anti-Atom-Büro sowie die Wehrdienstverweigerungsaktionen.“”
- “„Auch im Westen demonstrieren Bürger geringes Vertrauen in Moral und Kompetenz der politischen Eliten. Auch hier gibt es eine zunehmende Sensibilität gegenüber dem Machtmißbrauch von Exekutivorganen. Und auch hier beobachten wir eine wachsende Bereitschaft, an Demonstrationen oder Aktionen des zivilen Ungehorsams teilzunehmen oder sich in Bürgerinitiativen zu organisieren.“”
- “„Es wäre gut, wenn nach den Wahlen am 18. März nicht gedacht würde, jetzt sei alles getan. Es wäre schlecht, wenn die plötzlich dynamisch und aktiv gewordenen Demonstranten in alte Lethargie zurückfielen. Weil das wieder ein guter Nährboden wäre: für das Wachsen eines neuen autoritären Staates. Demokratie muß mensch täglich ausüben, sonst verliert mensch die Übung. Ziviler Ungehorsam ist eine bekannte Größe, und eine gefürchtete.“”
- “„An die Protestkultur von Greenpeace aber reichen sie nicht heran. Keine andere Organisation hat über Jahrzehnte auf so originelle Weise gezeigt, wie effektiv ziviler Ungehorsam wirken kann.“”
- “„Der größte Naziaufmarsch Europas – für die sächsische Justiz eine schützenswerte Veranstaltung. Dies zeigt, dass auch in Demokratien ziviler Ungehorsam angebracht ist ([…]). Das Bündnis ‚Nazifrei‘ ruft deutschlandweit dazu auf, am 19. Februar in die sächsische Landeshauptstadt zu reisen, um sich dem Ungeist von Dresden friedlich und gewaltfrei in den Weg zu stellen.“”
- “„Wie weit darf ziviler Ungehorsam fürs Klima gehen?“”
- “„Aktionen des zivilen Ungehorsams sorgen zwar für Aufmerksamkeit, sind aber umstritten.“”
- “„Manfred Laumann und seine Frau Anna werden zivilen Ungehorsam üben.“”
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